Grundlagen & Kontext
Wie Menschen Informationen wahrnehmen und verstehen, ist unterschiedlich. Erfahren Sie, was Neurodiversität und Cognitive Accessibility bedeuten und welche Rolle UX-Writing bei der Gestaltung verständlicher Web-Interfaces spielt.
Sprache beeinflusst, wie wir digitale Produkte verstehen
Was ist Neurodiversität?
Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Denk-, Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsweisen.
Menschen nehmen Informationen unterschiedlich wahr, verarbeiten sie unterschiedlich und reagieren unterschiedlich auf Reize und Anforderungen. Neurodivergente Nutzer:innen bilden keine einheitliche Gruppe: Bedürfnisse und Herausforderungen unterscheiden sich individuell.
Für digitale Produkte bedeutet das: Web-Interfaces sollten nicht voraussetzen, dass alle Nutzer:innen Informationen auf dieselbe Weise wahrnehmen, verstehen und verarbeiten.
Dyslexie
Dyslexie ist eine Lernstörung, die vor allem die Verarbeitung geschriebener Sprache betrifft. Schwierigkeiten bestehen insbesondere bei der Zuordnung von Buchstaben zu den entsprechenden Sprachlauten.
Autismus
Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die die Kommunikation, soziale Interaktion sowie die Flexibilität des Denkens und Verhaltens beeinflusst. Die Ausprägung kann von Person zu Person unterschiedlich sein.
ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Sie beeinflusst unter anderem Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbstregulation. Die Ausprägung ist individuell unterschiedlich.
Was bedeutet Cognitive Accessibility?
Cognitive Accessibility bedeutet, digitale Inhalte und Web-Interfaces so zu gestalten, dass Informationen möglichst leicht verstanden, verarbeitet und genutzt werden können.
Dabei geht es unter anderem darum, dass Nutzer:innen Informationen finden und verstehen, sich innerhalb eines Prozesses orientieren und notwendige Handlungen nachvollziehen können.
Ein Web-Interface ist kognitiv zugänglich, wenn Nutzer:innen verstehen, was passiert, was von ihnen erwartet wird und was als Nächstes folgt!
Die Rolle von UX-Writing
UX-Writing umfasst die Texte, die Nutzer:innen durch digitale Interfaces begleiten. Dazu gehören beispielsweise Buttons, Fehlermeldungen, Hinweise, Formulartexte und Bestätigungen.
Die Formulierung dieser Texte beeinflusst, wie verständlich und vorhersehbar eine Interaktion ist. Unklare oder fehlende Informationen können Interpretationsspielräume schaffen und die kognitive Belastung erhöhen.
Gute UX-Texte helfen Nutzer:innen, zentrale Fragen während einer Interaktion zu beantworten:
Einfache Sprache für Web-Interfaces
Einfache Sprache hat das Ziel, Informationen so zu vermitteln, dass sie von der vorgesehenen Zielgruppe leicht gefunden, verstanden und angewendet werden können. Dabei geht es nicht nur um eine einfache Wortwahl, sondern auch um eine klare Struktur und eine übersichtliche Gestaltung.
Dazu gehören vertraute Begriffe, kurze Sätze und eine direkte Ansprache. Informationen sollten logisch aufgebaut sein und die wichtigsten Inhalte zuerst vermitteln. Eine klare visuelle Struktur mit aussagekräftigen Überschriften, ausreichend Weissraum und einer konsistenten Gestaltung erleichtert zusätzlich die Orientierung und das Verständnis.
Wie können diese Erkenntnisse konkret auf UX-Texte angewendet werden?
Entdecken Sie die Prinzipien und ihre Anwendung anhand konkreter Beispiele.
Zu den 7 Prinzipien